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«Manche Orte bewirken etwas. Der Appenberg gehört dazu.»

Flavia Bebi & Mario Bless, Appenberg


Sie gestalten die Neuausrichtung des Hoteldorfs Appenberg von Architektur über Küche bis zu Seminarabläufen mit. Was sie antreibt, warum Führung für sie mit Zuhören beginnt und weshalb Teams auf dem Appenberg mehr erreichen als im Büro, verraten sie im Gespräch.

Flavia und Mario, was ist eure Vision für den Appenberg?
Wir möchten, dass Teams bei uns mehr erreichen als im Büro, dabei gut essen, gut schlafen, zwischendurch tief durchatmen und am Ende als stärkere Gemeinschaft abreisen, als sie angekommen sind.

 

Wofür steht der Appenberg der Zukunft?
Für uns ist der Appenberg ein Hoteldorf, das Arbeit und Erholung selbstverständlich miteinander verbindet. Wir halten die Dinge bewusst einfach und ehrlich; in den Zimmern gibt es beispielsweise keinen Fernseher, weil Ruhe gut tut und weil wir Medien heute anders konsumieren. Die historischen Häuser geben dem Ort Charakter, aber Räume, Abläufe und Angebote denken wir zeitgemäss weiter. In der Küche setzen wir auf saisonale Produkte aus der Region und stärken damit die Wertschöpfung in unserem Umfeld. Wir freuen uns über Nachbarinnen und Nachbarn genauso wie über Gäste aus der ganzen Schweiz, die bei uns einfach einen gemütlichen Abend verbringen möchten.

 

Was ist der Mehrwert für eure Gäste – warum soll ein Team zu euch kommen?
Wir wollen, dass man sich auf die Inhalte konzentrieren kann, nicht auf die Organisation. Darum arbeiten wir mit Pauschalen, in denen alles drin ist, und sorgen dafür, dass Material und Technik einfach da sind, wenn man sie braucht. Pausen finden statt, wenn es passt, nicht wenn der Plan es vorschreibt; das Mittagessen gibt Energie statt Müdigkeit, und wer das Dessert später will, nimmt es einfach mit. Draußen laden Wege zu kurzen Walking-Meetings ein, drinnen sorgen unterschiedliche Sitzhöhen und Zonen dafür, dass Gedanken in Bewegung kommen. Am Ende des Tages zählt, dass die Gruppe weitergekommen ist als am Morgen.

 

Und welche Rolle nehmt ihr dabei ein?
Wir hören zuerst zu um zu verstehen, was die Bedürfnisse und die Ziele der Gruppe sind. Dann stellen wir die Rahmenbedingungen so zur Verfügung, dass es läuft, und bleiben in der Nähe, ohne uns aufzudrängen. Wir versuchen alles so zu gestalten, dass es intuitiv genutzt wird.

 

Wie lebt ihr das Wir-Gefühl, das ihr euren Gästen versprecht, intern?
Wir achten auf klare Aufgaben, Vertrauen und auf Wertschätzung im Alltag. Mitarbeitende sollen bei uns Verantwortung übernehmen dürfen und ihre Ideen einbringen können. Multifunktionale Rollen – zum Beispiel Empfang und Service in Kombination – machen den Alltag abwechslungsreich und halten die Wege kurz; daran arbeiten wir zurzeit mit viel Sorgfalt. Gute Beispiele aus unserem Umfeld nehmen wir auf und übersetzen sie in unseren Betrieb.

 

Was macht den Appenberg für euch persönlich aus?
Für uns ist der Appenberg vor allem ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Die Mischung aus Emmentaler Architektur und Natur vor der Tür sorgt für Ruhe, die gut tut, und für den richtigen Abstand zum Alltag. Genau dort fällt es leichter, Tempo herauszunehmen, die Gedanken zu sortieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Technik hilft uns im Hintergrund, aber der Kern bleibt das Miteinander. Resilienz, kreative Zusammenarbeit und Lernen über den Tag hinaus bekommen bei uns Raum. Am Morgen im Seminar, am Nachmittag beim Spaziergang und am Abend an der langen Tafel. Gleichzeitig fehlt es an nichts, was ein gutes Hotel ausmacht. Es gibt ehrliches Essen, aufmerksamen Service und Schlaf, der wirklich erholt.

 

Was hat euch in Hotels schon immer genervt – und wird es bei euch nicht geben?
Unklare Offerten, bei denen niemand mehr durchblickt. Whiteboard-Stifte, die nicht schreiben. Endlose Wartezeiten beim Mittagessen oder Gedränge am Buffet, wenn eigentlich alle einmal durchatmen möchten. Wir setzen auf transparente Angebote, funktionierendes Material und Abläufe, die Ruhe in den Tag bringen.

  

Welche Rolle habt ihr während des Umbaus?
Wir sind Teil des Kernteams der Bauherrschaft und entscheiden gemeinsam mit Fachplanerinnen und Fachplanern sowie Architektinnen und Architekten über die Nutzung der Räume, die Innenarchitektur und die Kommunikation in der Bauphase. Dazu kommen die Auswahl von Möbeln, Geschirr und Besteck, Dekoration, Signaletik und Konzepte für Restaurant, Seminare oder Housekeeping. Parallel bauen wir unser Netzwerk aus, schärfen unsere Strategie und definieren Angebote. Per Anfang 2026 werden wir erste Stellen ausschreiben können.

Es ist ein grosses Stück Verantwortung und gleichzeitig der beste Job, den wir je hatten!

«Wir schaffen ein Wir-Gefühl»

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An der Gesamtsanierung des Appenbergs sind zahlreiche Partnerinnen und Partner beteiligt. Was ist ihre konkrete Aufgabe? Wodurch wird ihre Arbeit auf dem Appenberg geprägt? Und wie wird das Hoteldorf dereinst daherkommen? In unserer Interview-Serie liefern uns die zentralsten Personen einen Einblick in ihre Aufgabe im Projekt.

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