«Das Ergebnis wird sehr stark»
Daniel Meer, Meer AG
Die Meer AG ist verantwortlich für die gesamte Möblierung auf dem zukünftigen Appenberg. Im Gespräch erzählt Daniel Meer, warum Materialien würdevoll altern müssen, weshalb kein Raum «von der Stange» ist und wovon die Zusammenarbeit geprägt ist.
Ihr seid für die gesamte Möblierung des Hoteldorfs verantwortlich. Was umfasst diese Aufgabe konkret?
Unsere Aufgabe ist sehr umfassend, weil es sich beim Appenberg nicht „nur“ um ein Hotel handelt. Wir sprechen von einem ganzen Hoteldorf mit Übernachtung, Seminarbetrieb, Gastronomie sowie Innen- und teilweise auch Aussenbereichen. Als Gesamtanbieter koordinieren und liefern wir die komplette Einrichtung: von Betten, Sesseln und Tischen über Seminar- und Gastro-Mobiliar bis hin zu Textilien wie Vorhängen und losen Teppichen.
Dabei geht es immer um die Balance zwischen Funktion, Ästhetik und Kosten – diese drei Faktoren müssen stimmig zusammenspielen. Ein wichtiger Teil des Prozesses sind Bemusterungen, Sonderanfertigungen und die sorgfältige Auswahl der passenden Materialien und Oberflächen. Und manchmal darf auch ein echtes „Trouvaille“ aus dem Fundus des Appenbergs wieder eingesetzt werden. Genau diese Mischung macht das Projekt komplex, aber auch aussergewöhnlich spannend – so etwas hat man nicht jeden Tag.
Wie wichtig sind für euch Materialien, Haptik und Alterungsfähigkeit im Kontext eines Ortes wie dem Appenberg?
Das spielt eine zentrale Rolle. Der Appenberg lebt von seiner Architektur und Atmosphäre – und genau daran muss die Möblierung anschliessen. Uns ist wichtig, dass bestehende Qualitäten respektiert werden und neue Materialien sich harmonisch einfügen, ohne beliebig zu wirken.
Gerade bei einem Ort, der langfristig betrieben wird und stark genutzt ist, ist die Alterungsfähigkeit entscheidend: Materialien sollen nicht „kurz schön“ sein, sondern würdevoll altern und robust bleiben. Gleichzeitig soll etwas entstehen, das in der Haptik überzeugt – spürbar hochwertig, authentisch und langlebig.
Was unterscheidet der zukünftige Appenberg von anderen Hotels in Bezug auf die Möblierung?
Der Appenberg ist in seiner Struktur und Nutzung sehr speziell. Sieben Häuser werden saniert – grosse und kleine – und damit sehr unterschiedliche Raumkonzepte, Stimmungen und Anforderungen. Man kann ein ganzes Haus inklusive Zimmer mieten oder nur einzelne Bereiche mit ergänzenden Outdoor-Aktivitäten nutzen.
Das bedeutet: Jeder Raum braucht eine eigene Identität und muss trotzdem in ein übergeordnetes Gesamtkonzept passen. Es ist eben keine Hotelmöblierung „von der Stange“, sondern eine Vielzahl individueller Charaktere. Und zusätzlich hat jedes Haus seine eigene Farbenwelt – das macht die Gestaltung anspruchsvoll, aber auch unglaublich reizvoll.
Wo liegt für euch der grösste Reiz an diesem Projekt?
Für mich ist es das Zusammenspiel der sehr unterschiedlichen Räume und Proportionen: hohe, kleine, schmale, grosszügige – jede Umgebung stellt andere Anforderungen an Nutzung, Atmosphäre und Möblierung. Genau daraus entsteht eine enorme gestalterische Vielfalt. Und gleichzeitig spürt man bei diesem Projekt einen besonderen Teamgeist. Dieses gemeinsame „Feu sacré“, dass alle mitziehen – alle für einen, einer für alle. Wenn so viele Menschen mit Kompetenz und Leidenschaft zusammenarbeiten, entsteht eine Dynamik, die man nicht planen kann – aber die am Ende den Unterschied macht.
Die Realisierung erfolgt in Absprache mit zahlreichen Partnern. Wodurch wird die Zusammenarbeit geprägt?
Bei einem Projekt dieser Komplexität sind viele Fachdisziplinen involviert – von Funktion über Gestaltung bis zu Kosten, Qualität und Langlebigkeit. Damit das gelingt, braucht es vor allem drei Dinge: Klarheit, Austausch und eine gemeinsame Haltung.
Die Zusammenarbeit ist geprägt von laufender Abstimmung, ehrlicher Diskussion und dem Anspruch, wirklich das Beste für den Ort herauszuholen. Das Team mit den Fachplaner/innen war und ist in dieser Form einzigartig – und genau deshalb bin ich überzeugt: Das Ergebnis wird sehr stark. Man darf wirklich gespannt sein.
Und zum Schluss ganz persönlich: Worauf freut ihr euch am meisten, wenn der Appenberg wieder mit Leben gefüllt ist?
Am meisten freue ich mich auf die Reaktion der Gäste – auf staunende Gesichter, wenn sie den Ort erleben und sehen, was aus dem „Vorher“ entstanden ist. Und ganz ehrlich: Wenn dann die Stimmung passt, man zusammensitzt, vielleicht ein Glas Wein trinkt und spürt, dass der Appenberg wieder lebt – dann weiss man, wofür man all das gemacht hat.
«Das Team der Fachplaner/innen ist in dieser Form einzigartig.»

An der Gesamtsanierung des Appenbergs sind zahlreiche Partnerinnen und Partner beteiligt. Was ist ihre konkrete Aufgabe? Wodurch wird ihre Arbeit auf dem Appenberg geprägt? Und wie wird das Hoteldorf dereinst daherkommen? In unserer Interview-Serie liefern uns die zentralsten Personen einen Einblick in ihre Aufgabe im Projekt.
